Am 03.06.20 um 19:24 schrieb waldemar_hammel via Philweb:
Wh: seit spätestens newton schon die behauptung, die natur sei in mathe
geschrieben,
und zb einstein meinte in jüngeren jahren "gott ist mathematiker",
bis er zuletzt einsah, kurz vor dem tod, dass irgendwas nicht stimmt mit
seiner weltbetrachtung
Bin mir nicht sicher, ob er, Einstein, mit der letztlich erfolgten
Aufgabe seiner Annahme von „verborgenen“ Variablen (graetest blunder)
und seiner Kenntnisnahme von Quantenverschränkung („spooky action at a
distance“) seine innerste religiöse Einstellung geändert hat. Letztere
hat natürlich nichts mit einem naiv anthropomorphen Gottesbild zu tun,
denn dieses hat er ausdrücklich kritisiert.
Womöglich lag Einstein aber auch mit seiner kosmischen Konstante gar
nicht so falsch, was ggf. (allerdings nicht im ursprünglichen
Zusammenhang) weitere Erkenntnisse über „Dunkle Materie“ und
Forschungsergebnisse zur Inflation des Universums zeigen könnten.
Jedenfalls hat Einstein sein „Gott würfelt nicht“ für meine Begriffe
sehr ernst genommen. Ich nehme das auch ernst, wenngleich aus vermutlich
anderer (eben nicht anthropomorpher) Perspektive,
wh: mathe gilt bis heute als diejenige sprache, in der die natur
eigentlich geschrieben ist ...
dabei ist das einzig unendliche in natura das "ungefähr", das jeweils
nur angenäherte, die unbestimmtheit aller natürlichen abläufe, und alles
sind eben nur abläufe, es ist eine welt, niemals fertig, solange sie
besteht,
sondern immer weiter sinnfrei evolutionierend, schon das
nicht-strahlungsgleichgewicht des weltalls bedingt dies selbst ein stein
ist kein "stein", sondern auch dies ein prozess, ein ablauf, wenn auch
in multi-tausend jahren bemessen
Hierzu gibt es natürlich beliebig unterschiedliche Ansichten. Eine
davon, durchaus beachtenswert, ist Max Tegmarks Hypothese vom
mathematischen Universum. Unmöglich, hier näher darauf einzugehen. Die
Lektüre seines Buchs „Our Mathematical Universe“ ist sehr empfehlenswert
(gibt es auch in deutscher Übersetzung). Seine Thesen sind in entpr.
papers anschaulich beschrieben und zumeist auf arXiv zu finden.
Wir hatten hier ja schon über das Thema (unsere Welt als
Computersimulation etc.) diskutiert. Ich bleibe dabei, dass Natur
eigentlich nur mit drei Sprachen zu beschreiben ist: Musik, Poesie und
Mathematik (wobei Musik auch Mathestruktur) hat.
Selbstredend entspricht die prozessuale infinitesimale Annährung dem
„Ungefähren“ der Natur in ihrer genial geometrischen Ausformung. Nun
kann man diese Prozesse durchaus als „sinnfrei evolutionierend“
annehmen, das gilt vor allem für all jene, die mit dem Begriff von
Sinnfreiheit leben können und wollen. Ich meinerseits kann und will es
nicht, da es meiner Lebens- und Berufserfahrung schlichtweg
widerspricht: Nichts Ansehnliches und Brauchbares vollzieht sich ohne
Plan und Struktur. Die Frage ist nach wie vor: wer oder was steht für
derartig genuine Planung und Strukurvorgaben (z.B. Morphofelder).
Überdies: die zunehmend postulierte Sinnfreiheit (außer Konsum und
Wachstum) derzeitiger Gesellschaftsformen steht für ihre klar erkennbare
Zerrüttung (Degeneration).
Wh: - die natur ist nicht in mathe geschrieben, sowenig wie in kisuaheli
oder deutsch,
- die natur ist auch nicht irgendwie geordnet, sondern rein entropisch,
(sachen wie naturgesetze resultieren nur aus gepfadeten wechselwirkungen,
dies ergibt im vordergrund das bild "als ob ..." )
- die natur ist auch nicht mit den methoden der beschreibung,
schilderung, gar formeln, usw gültig abbildbar,
weil sie allen diesen methoden schlicht davon-evolutioniert (wir reden
da immer nur von vergangenheiten, wie es war ...),
Tatsächlich ist Natur nicht mathematisches Formelwerk oder damit
programmiert, aber sie lässt sich bestens (wenngleich in hier erwähnter
Annäherung) symbolisch damit beschreiben: Weil Natur eben eine exakt
ausgeklügelte mathematische Struktur hat. Daran ändert auch ihre
entropische Eigenart nichts, wie es sich mit den weiteren Forschungen
zur Quantengravitation erweisen wird (Gravitation als entropische Kraft).
Wh: die ganze natur läuft getaktet ab, mit ~ 10 hoch 44 schritten pro
sekunde auf jede einzelne planck-grösse von ~ -10 hoch 35,
Wo wir hier also bei derartigen Dimensionen sind: Mit (10 hoch (10 hoch
118) Metern als Universendurchmesser kann man mit menschlich angelegtem
Endlichkeitsbegriff nichts mehr anfangen.
Also doch irgendwie Unendlichkeit, in der man sich bei der Beschäftigung
mit Astrophysik/Kosmologie verliert: als stünde man auf einem unendlich
hohen Turm und schaute ungläubig auf unsere Erde, diesem winzigen
Staubkörnchen (und nicht mal das). Was bleibt, ist bestenfalls ein
Gedankenexperiment mit mathematischen Spielereien. Müßig zu glauben, wir
könnten die Dinge (oder das Ding an sich) gültig beschreiben.
wh: das ist alles wahnsinn, ist mir völlig bewusst, aber so ist DIE NATUR
Was ebenso bleibt, ist (sofern nicht dem Wahnsinn verfallen),
rechtzeitig wieder vom „Turm“ zu steigen und am Leben teilnehmen. Auch
wenn wenn hier bisweilen Wahnsinn vorherrscht, als auch ein Preis für's
Leben.
Bester Gruß an Dich und in die Runde! - Karl
> Am 02.06.2020 um 12:11 schrieb waldemar_hammel via Philweb <philweb(a)lists.philo.at>:
>
> und vielleicht die erinnerung an leonardo von pisa,
> jenen unseligen rechenmeister,
> der die indische ziffer "null" völlig falsch ins abendländische übersetzte,
> woraufhin überhaupt erst u.v.a. der disput um unendlichkeiten aufkam
Hi Waldemar,
der "Disput um Unendlichkeiten" ist sehr viel älter und reicht weit in die Antike zurück und auch eine „Null" gab es bereits vor der Übernahme aus Indien bei den Chinesen und den ursprünglichen Südamerikanern. Mehr dazu findet man im 1. Band des lesenswerten Werks "6000 Jahre Mathematik“. Dazu zwei Leseproben:
In China kamen mindestens seit dem 4. Jahrhundert v. Chr. einfache Zahlzeichen auf, "aus denen die späteren Säbchenzahlen hervorgegangen sind. Mit ihnen rechnete man auf einem Brett mit Feldern, in die die Stäbchen gelegt wurden. Das chinesische Stäbchensystem ist dezimal aufgebaut, aber kein völlig
durchgebildetes Positionssystem. Wie im indisch-arabischen Zahlensystem 'schrieb' man die Zahlen von links nach rechts. Zur Vermeidung von Irrtümern wurden dabei die Einer in die Spalte am rechten Rand des Brettes gelegt, für eine Null wurde das entsprechende Feld leer gelassen.“ Die Null als Symbol der Leere scheint also aus der frühchinesischen Philosophie hervorgegangen zu sein. Über den ältesten Nachweis des Rechnens mit einer „Null“ wird aber nach wie vor gestritten.
"Die Maya-Tolteken-Kultur besaß eine ausgereifte, wenn auch komplizierte Schrift, die bis heute trotz des Einsatzes von Computern noch nicht endgültig
entschlüsselt werden konnte. Bezüglich Astronomie und Kalenderrechnung waren die Maya von einer Art Leidenschaft und geradezu Besessenheit. Allerdings muss man bedauernd feststellen, dass der allergrößte Teil der schriftlichen Zeugnisse durch den fanatischen Bekehrungseifer der Spanier vernichtet worden ist; nur drei, allerhöchstens vier Maya-Handschriften sind erhalten geblieben. Das Zahlensystem war ein (unreines) Positionssystem zur Basis 20 mit einer „Null“ (wie bei den Azteken und in Europa bei den Kelten). Etwas stilisiert wurden die Zahlen 1 bis 19 durch eine Kombination von Punkten und waagerechten Strichen mit einem Punkt für eine Einheit und einem Strich für fünf Einheiten bezeichnet.“ Die Null im Positionssystem geht womöglich auf die Maya zurück.
> und die einfache aussage,
> dass es in natura nichts gibt, dass den begriff "unendliches" rechtfertigt,
> unsere zb mathematik stimmt also hier (wieder mal) nicht mit natura überein ...
Ebenso wie die Kunst hat auch die Mathematik nicht nur die Natur nachzuahmen, sich vielmehr visionär in ihren Zahlenuniversen zu entgrenzen.
Von dort grüßt
Ingo
Hallo Liste,
was sagt ihr zu dem Gegensatz in dem oben genanten Zusammenhang, den
Unterschied zwischen "kontinentaler" und "analytischer" Philosophie?
Interessanterweise sind in Deutschland die Analytiker ebenfalls die
Mehrheit, während die sog. "Kontinentalphilosophie" auch außerdem des
Kontinentes wahrgenommen wird. Abgesehen von dieser kleinen,
sprachlichen Ungenauigkeit, scheint mir da allerdings wirklich ein
Unterschied zu bestehen.
Man könnte den Unterschied sehr verkürzt so zusammenfassen: Die
Analytische Philosophie orientiert sich an der Sprache der Mathematik,
stellt Definitionen auf und zieht logische Schlussfolgerungen. Die
"kontinentale" Philosophie dagegen orientiert sich eher an der Sprache
der Literatur, zieht Erfahrungen heran und begründet daraus seine
Schlüsse, die dann weniger logisch sein müssen.
Wobei letztere Charakterisierung solchen Denkern wie Schopenhauer oder
marxistisch orientierten Denkern eher weniger gerecht wird.
Die Fixierung auf Sprache scheint in erster Linie eine Eigenheit der
analytischen Schule zu sein, die aber von einigen anderen Schulen
geteilt wird, aber nicht von allen.
Die Analytiker betonen daher ihre Orientierung an den modernen
(Natur-)Wissenschaften, während die "kontinentalen" Denker eher
Abstand erkennen lassen und diese gar nicht aufnehmen.
Wenn ich mir allerdings einige "analytische" Texte so durchlesen, dann
tauchen darin schon einige Konzepte auf, im Vergleich zu dem die
"Kontinentalen" nahezu harmlos wirken: Ethische Intuition, mögliche
Welten oder Induktionsprobleme.
Allein die Idee, dass es so etwas wie eine ethische Intuition gibt,
ist sehr voraussetzungsreich und erlaubt die Schlussfolgerung, dass
wir es mit in der Ethik entweder nur mit der Formalisierung von
gewissen Ansichten zu tun haben (die "Intuition" gibt dann unser
vorphilosophisch vorgefundenes Verständnis von Werten wieder) oder
dass die Menschen über einen geheimnisvollen, von den
naturwissenschaftlichen Wegen unabhängigen Zugang zur Wahrheit
verfügen, die "ethische Intuition", mit der sie moralische
Sachverhalten beurteilen können.
Mögliche Welten machen logisch durchaus einen Sinn, aber sie sind weit
davon entfernt, was sich ein gewöhnlicher Mensch unter einer
philosophischen Frage vorstellt.
Auf der anderen Seite haben wir es bei den "Kontinentalen" häufig mit
einer Art Archivaren oder bloßen Historikern zu tun. Man könnte etwas
überspitzt formulieren: Die Philosophieprofessoren sind die Kuratoren
der Philosophie, die eigentliche Kunst (neue "Philosopheme") wird
woanders gemacht.
Es müsste auch erst Mal begründet werden, warum die Antwort auf die
Frage "was hat Platon zum Thema X gesagt" für einen heutigen Menschen
relevant sein soll.
Philosophie ist ja selbst in den Augen der meisten Philosophen mehr
als die Auslegung von philosophischen Texten, die den Klassikerstatus
erreicht haben.
Das Problem ist natürlich auch, dass "Kontinentalphilosophie" ein
Exonym ist und eine Sammelbezeichnung für westliche Philosophien
außerdem der positivistisch-analytischen Tradition. Man könnte in
gewisser Weise auch sagen, es sind die Heterodoxen außerdem des
Mainstreams.
Wobei, soweit ich beurteilen kann, beispielsweise japanische
Philosophie sehr wohl durch diese westliche Philosophie beeinflusst
wurde.
Chinesische, marxistische Philosophie auf jeden Fall.
Vielleicht haben bis in die 1980er Jahre hinein noch die Kommunisten
eine eigene Strömung gebildet. Allerdings ist mir davon weit weniger
bekannt.
Ebenso scheint es in den katholischen Gebieten eine gewisse
Neo-Thomistische Strömung zu geben, von der ich allerdings nur gehört
habe. (Falls jemand lesbare Lektüreempfehlungen hat, nur her damit.)
Allen großen phil. Strömungen des 20. Jahrhunderts scheint gemein,
dass sie von einem scheitern der Metaphysik in der modernen Welt
ausgehen. Eine Erkenntnis über die reine Physik hinaus ist nicht
möglich. Auch ist eine erleuchtungshafte Eingebung, wie sie
Schopenhauer wohl für seine Willensmetaphysik reklamierte,
unplausibel.
Allerdings sind die Probleme, die die Metaphysik lösen wollte, nicht
einfach aus der Welt verschwunden, wie solche Diskussionen wie die um
die Gehirne im Tank, die Frage nach der "Blockzeit" oder um die
Begründung der Ethik beweisen. Vielleicht wäre es in diesem
Zusammenhang hilfreich gewesen, die Art der Antworten, die offenbar
nicht mehr in Frage kommen, genauer zu charakterisieren?
Die Analytiker wollen über die Philosophie eigentlich keine neuen
Erkenntnisse mehr erlangen, sondern nur vorhandenes Wissen besser
klären. Vor diesem Hintergrund könnte es aber durchaus sein, dass man
tatsächlich einen Mangel an Wissen feststellen muss. Solche
grundsätzlichen Fragen wie "Was ist Realität?" können vielleicht mit
Hinweis auf den Sprachgebrauch beantwortet werden, "mit Realität
meinen wir den Ort, in den unser alltägliches Leben stattfindet", aber
welche Bedeutung in diesem Zusammenhang die Entdeckungen der neueren
Physik haben, bleibt dabei offen.
Einige Kritiker merken an, dass die analytische Philosophie auch gar
nicht so eng an den modernen (Natur-)Wissenschaften bleibt, wie häufig
gedacht wird. Zum Beispiel wird bei der Sprachanalyse ja fast nie
Bezug auf Linguistik genommen oder bei der Fragen, ob Blockzeit
existiert, die Grundlagenphysik in Betracht gezogen. Wobei doch grade
Physiker zu diesem Thema etwas zu sagen hätten.
Man wird der Welt einen zweifelhaften Gefallen tun, wenn man statt
einzelne Fragen zu erörtern neue -Ismen schafft. Der letzte halbwegs
gelungene Versuch in dieser Richtung scheint mir der Existenzialismus
gewesen zu sein, wobei mein Wissen darüber fast vollständig "aus
zweiter Hand" kommt. Daneben gibt es nur einige, vielleicht
interessante, Positionen, die aber keine vollständigen Philosophien
mehr zu sein scheinen.
Ich bitte zu entschuldigen, wenn dieser Text zu lang und zu essayhaft
geworden ist.
Gruß
Der Ratlose
> Am 04.05.2020 um 02:41 schrieb waldemar_hammel via Philweb <philweb(a)lists.philo.at>:
> als letztes:
> so wenig wie an religionen glaube ich an irgendwelche verschwörungs-hypothesen,
> auch nicht an solche im zusammenhang mit covid,
> wir haben da ein ganz reales problem, und das können wir nur mit blankem verstand und wissenschaft lösen,
> und werden es auch genauso lösen !
Hi there,
dem kann ich mich nur anschließen und wundere mich immer wieder darüber, wieviel Schwachsinn verbreitet und geglaubt wird. Viele unserer Zeitgenossen leben noch wie im Mittelalter!? Dabei gibt so viel Faszinierendes zu lernen aus der Epidemiologie und Virologie! Aber Blödsinn zu glauben, ist natürlich einfacher. Zum Glück gibt es Wissenschaftler, die sich an die nachvollziehbaren Standards halten, so wie in der gerade veröffentlichten Studie zur Lage in Heinsberg:
"Im Zentrum der Studie steht die Sterblichkeitsrate der Infektion (sog. Infektionssterblichkeit, infection fatality rate, IFR), die den Anteil der Todesfälle unter den Infizierten angibt. Diese muss von der Fallsterblichkeit unterschieden werden (case fatality rate, CFR). Die IFR ist aus verschiedenen Gründen der verlässlichere Parameter, und dessen Bestimmung wird international für SARS-CoV-2 gefordert. „Mit unseren Daten kann nun zum ersten Mal sehr gut geschätzt werden, wie viele Menschen nach einem Ausbruchsereignis infiziert wurden. In unserer Studie waren das 15 Prozent für die Gemeinde Gangelt. Mit der Gesamtzahl aller Infizierter kann die Infektionssterblichkeit (IFR) bestimmt werden. Sie liegt für SARS-CoV-2 für den Ausbruch in der Gemeinde Gangelt bei 0,37 Prozent“, sagt Studienleiter Prof. Dr. Hendrik Streeck, Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Bonn. Mit der IFR lässt sich anhand der Zahl der Verstorbenen auch für andere Orte mit anderen Infektionsraten abschätzen, wie viele Menschen dort insgesamt infiziert sind. Der Abgleich dieser Zahl mit der Zahl der offiziell gemeldeten Infizierten führt zur sogenannten Dunkelziffer. Diese ist in Gangelt rund 5-fach höher als die offiziell berichtete Zahl der positiv getesteten Personen. Legt man für eine Hochrechnung etwa die Zahl von fast 6.700 SARS-CoV-2-assoziierten Todesfällen in Deutschland zugrunde, so ergäbe sich eine geschätzte Gesamtzahl von rund 1,8 Millionen Infizierten. Diese Dunkelziffer ist um den Faktor 10 größer als die Gesamtzahl der offiziell gemeldeten Fälle (162.496 am 03.05.2020, 07:20 Uhr).“
https://www.ukbonn.de/C12582D3002FD21D/vwLookupDownloads/Streeck_et_al_Infe… <https://www.ukbonn.de/C12582D3002FD21D/vwLookupDownloads/Streeck_et_al_Infe…>
Es grüßt,
Ingo T.
Am 25.04.2020 um 19:03 schrieb waldemar_hammel <waha3103x(a)googlemail.com>:
----
denkfehler, ingo,
wenn die jüngeren durchseucht sind, wirds die älteren doch erst recht erwischen,
wenn man sie dann wieder frei lässt …,
was man dann haben wird, ist eine momentane absenkung der absterberate der älteren, aber dafür eine verlängerung,
die alten würde es also auch dann erwischen, nur später
----
Hi Waldemar,
nach erreichter Herdenimmunität unter den Jungen ist das Virus verschwunden, kann aber unter den nichtimmunen Alten wieder von außen verbreitet werden. Die wenigen Fälle könnten nachvollzogen werden. Dabei sollte die Immunität natürlich so lange anhalten bis Virustatika oder Impfstoffe verfügbar sein werden.
Beim RKI ist zur Immunität zu lesen: "Erste Studien haben gezeigt, dass Personen nach durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion spezifische Antikörper entwickeln. Durch Tierversuche an Rhesusaffen, früheren Erkenntnissen zu SARS sowie Plausibilitäts- und Machbarkeitsannahmen gehen Experten davon aus, dass genesene Patienten ein nur sehr geringes Reinfektionsrisiko haben. Unklar ist, wie regelhaft, robust und dauerhaft dieser Immunstatus aufgebaut wird. Die Erfahrungen mit anderen Coronaviren-Infektionen (SARS und MERS) deuten darauf hin, dass die Immunität bis zu drei Jahre anhalten könnte. Um das genauer zu bestimmen, sind serologische Längsschnittstudien erforderlich, die die Immunität der Patienten über einen längeren Zeitraum beobachten.“
----
es sind übrigens garnicht die alten,
sondern die vorerkrankten, egal ob alt oder jung,
und darunter die an zivilationskrankheiten leidenden: fettsucht, diabetes, herzkreislauf-vorgeschädigten, immungeschwächte, usw,
die es erwischt
----
Das Mutliorganversagen durch Endotheliitis betrifft überwiegend die Alten, ob vorerkrankt oder nicht. Aber warten wir mal eine hinreichende Zahl an Obduktionen ab.
----
im übrigen hilft TRUMPS genialer vorschlag zur behandlung (auch) von c. auf jeden fall:
sich selbst desinfektionsmittel spritzen, oder auch domestos trinken,
hilft sogar gegen alle krankheiten und wehwehchen !
----
Unter seinen Anhängern soll es ja auch welche geben, die sich von „Gott“ beschützt fühlen und gegen das Virus beten. Der Jude Gorge Soros wird von den Rechten für sein Eintreten für die offene Gesellschaft schon länger angeprangert. Wahrscheinlich werden sie ihn auch bald für SARS-CoV-2 verantwortlich machen. Die Dummen und Erfolglosen suchen sich ja gerne intelligente und erfolgreiche Sündenböcke.
Es grüßt,
Ingo
> Am 05.04.2020 um 03:06 schrieb ingo mack <ingo.mack(a)t-online.de <mailto:ingo.mack@t-online.de>>:
>
> ein lied zwo drei...
>
> (leider entfällt das hackenzusammenknallen, mangels übung)
>
> eine insel mit zwei zwergen
> und nem schnöselinterieur
> hat verfügt sofort zu schliessen
> dass die korone hier nicht reinkommt
> und das ganze land versaut.
>
> paradiesisch ist die insel,
> nett der laden von frau waas
> doch auch der wird morgen schliessen
> das geniesse von Herrn Ärmel
> macht nicht den finalen spass.
>
> auch die königin der insel,
> eine gutberatne frau
> will die krone hier nicht haben
> will nichts haben,haben von dort draussen
> weil sie die insel schon sehr lang regiert
>
> drum bleibt weg von dieser insel
> lasst die fingerchen davon
> eure gier nach neuen ufern
> neuem geld und neuen märkten
> ist hier falsch auf dieser insel
> diesem schönen schlummerland
Hi there,
Das ist schön gedichtet, Ingo M.! Und wie wird es weiter gehen auf der Insel Schlummerland? Wird es einen Zwergenaufstand geben? Werden COVID-Säue im Hühnerstall Partys feiern? Dann jetzt alle:
Mein Enkel schmeißt im Hühnerstall ne Party
Das sind Tausend Tote Alte jeden Monat
Mein Enkel ist ne alte Covidsau
Wenn man die von Ischgl ausgehende CoV-2-Verbreitung über Europa verfolgt, dann hat Oma Grund genug, sich über ihren Enkel aufzuregen. Aber welche Alternativen gibt es gegenüber einer „Durchseuchung" der Jungen und dem „Wegsperren" der Alten?
Das gibt Ingo T. zu bedenken
Hier
https://www.youtube.com/watch?v=EIpYcITXzYE
behauptet Bazon Brock in einem Interview ab Minute 13: "Ein normaler
Wissenschaftler muss nach Poppers Falsifikationsprinzip beweisen, daß
das, was er als Hypothese behauptet, falsch ist. Dann hat er einen
wissenschaftlichen Beitrag...Arbeitet ein Wissenschaftler normal, dann
muss er beweisen, daß seine Hypothese falsch ist."
So einen Blödsinn hat Popper nie behauptet. Er hat ungefähr gesagt, daß
Hypothesen, die diesen Namen verdienen, an der Erfahrung scheitern
können müssen. (Wobei mir statt eines Beweises, die Erinnerung daran
reichen würde, daß ein Erfahrungssatz als einer, der sich auf Erfahrung
bezieht, an ihr zu messen ist.)
Die Form des Gesprächs erinnert an die der Fernsehgespräche von
Alexander Kluge und suggeriert Seriosität und Ernsthaftigkeit. Gesendet
von RT Deutsch, dem Kanal ihres Vertrauens. Das ist leider kein
russophobes Vorurteil, sondern man lernt aus Erfahrung.
Claus
Hi there,
in dem Coronablog der Uni Mainz werden zum Fortgang des sozialmedizinischen Experiments eher vage Hypothesen gewagt:
https://www.macro.economics.uni-mainz.de/category/corona/ <https://www.macro.economics.uni-mainz.de/category/corona/>
Verfolgen wir wie es wirklich weiter geht. …
Ingo
> Am 27.03.2020 um 03:40 schrieb Claus Zimmermann <mail(a)clauszimmermann.de>:
>
> Zur Ehrenrettung von Bazon Brock muss man sagen, daß er selbst die von ihm erwähnte Chamäleonmethode anwendet und dem Interviewer ein hässliches, stinkendes Ei ins Nest legt, indem er sagt, daß die Mitglieder eines Termitenstaats als Einzelne völlig unfähig wären. So ein Gesellschaftsmodell ist attraktiv für Menschen, die gern kommandieren und andere, die sich ohne klare Ansagen nicht zurechtfinden. Dagegen wäre auch nichts einzuwenden, solange das eine geschlossene Veranstaltung wäre, die niemanden betrifft, der weder andere unterdrücken, noch unterdrückt werden will.
>
> -------- Ursprüngliche Nachricht --------
> Von: Ingo Tessmann via Philweb <philweb(a)lists.philo.at>
> Datum: 24.03.20 17:59 (GMT+01:00)
> An: philweb <Philweb(a)lists.philo.at>, Erich Hartmann <erich(a)hf-plus.com>
> Betreff: Re: [Philweb] Popper fake news
>
> [Philweb]
> Hi there,
>
> eine stimmige Hypothese in Verbindung mit der unterschiedlichen Verteilung der COVID-19-Infektionen über die Länder haben gerade Christian Bayer und Moritz Kuhn veröffentlicht: "There are large differences in case fatality rates from the coronavirus outbreak across countries, from around 6% in Italy to close to zero in some northern European countries (as of 12 March). This column uses World Value Survey data on the share of people aged 30-49 who live with their parents to show that fatality rates are initially higher in countries with more intergenerational interactions. It provides a warning for how important it is for countries where the elderly and the young live close together in particular to try to contain the virus early on.“
>
> https://voxeu.org/article/intergenerational-ties-and-case-fatality-rates <https://voxeu.org/article/intergenerational-ties-and-case-fatality-rates>
>
> Es grüßt,
>
> Ingo
>
>
>
> > Am 24.03.2020 um 01:43 schrieb Erich Hartmann via Philweb <philweb(a)lists.philo.at>:
> >
> > [Philweb]
> > Das ist völliger Blödsinn! Poppers Falsifikationsprinzip fordert von einer (natur)wissenschaftlichen Theorie lediglich, dass sie im Prinzip widerlegbar sein muss. Sie muss Voraussagen machen die dann eintreffen - oder eben nicht. Wenn diese eintreffen (und sie den Sachverhalt besser erklärt als eine konkurrierende Theorie) gilt sie als vorläufig anerkannt.
> >
> > Von meinem iPhone gesendet
> >
> >> Am 23.03.2020 um 18:36 schrieb Claus Zimmermann via Philweb <philweb(a)lists.philo.at <mailto:philweb@lists.philo.at>>:
> >>
> >> [Philweb]
> >> Hier
> >>
> >> https://www.youtube.com/watch?v=EIpYcITXzYE
> >>
> >> behauptet Bazon Brock in einem Interview ab Minute 13: "Ein normaler Wissenschaftler muss nach Poppers Falsifikationsprinzip beweisen, daß das, was er als Hypothese behauptet, falsch ist. Dann hat er einen wissenschaftlichen Beitrag...Arbeitet ein Wissenschaftler normal, dann muss er beweisen, daß seine Hypothese falsch ist."
> >>
> >> So einen Blödsinn hat Popper nie behauptet. Er hat ungefähr gesagt, daß Hypothesen, die diesen Namen verdienen, an der Erfahrung scheitern können müssen. (Wobei mir statt eines Beweises, die Erinnerung daran reichen würde, daß ein Erfahrungssatz als einer, der sich auf Erfahrung bezieht, an ihr zu messen ist.)
> >>
> >> Die Form des Gesprächs erinnert an die der Fernsehgespräche von Alexander Kluge und suggeriert Seriosität und Ernsthaftigkeit. Gesendet von RT Deutsch, dem Kanal ihres Vertrauens. Das ist leider kein russophobes Vorurteil, sondern man lernt aus Erfahrung.
> >>
> >> Claus
> >>
> >> _______________________________________________
> >> Philweb mailing list
> >> Philweb(a)lists.philo.at
> >> http://lists.philo.at/listinfo/philweb
> >
> > _______________________________________________
> > Philweb mailing list
> > Philweb(a)lists.philo.at <mailto:Philweb@lists.philo.at>
> > http://lists.philo.at/listinfo/philweb <http://lists.philo.at/listinfo/philweb>
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In einem Zeitungsartikel wird die oft gehörte Behauptung angezweifelt, daß Musik (gründliches Erlernen eines Instruments) schlau mache. Zur Begründung dieser Behauptung reiche es nämlich nicht aus, einen Zusammenhang zwischen musikalischer Aktivität und Intelligenz nachzuweisen. Dabei könne es sich auch um eine blosse Korrelation handeln und nicht um einen Zusammenhang von Ursache und Wirkung. Es könne schliesslich auch sein, daß nicht das eine auf das andere zurückzuführen wäre, sondern beides auf ein Drittes, etwa allgemeine Leistungsbereitschaft.
Aber niemand sagt ja, daß jede Korrelation eine Kausalbeziehung ist. Hume kam zum Ergebnis, daß es sich bei Kausalbeziehungen zwar nur um Korrelationen handele, die aber die Besonderheit aufwiesen, daß die Erfahrung sie ausnahmslos bestätigt habe, so daß man sie am Ende für selbstverständlich hielte.
Daß das Vorliegen einer Kausalbeziehung als widerlegt gilt, sobald die Korrelation nicht beobachtet wird, ist wohl allgemeiner begrifflich/sprachlicher Standard. Wenn wir also feststellen würden, daß gute Musiker tendenziell eher dumm sind, kämen uns zumindest Zweifel, aber wir könnten annehmen, daß sie sonst noch dümmer wären. Um es genauer zu wissen, würden wir die Entwicklung von Menschen vergleichen, bei denen alle wichtigen Parameter so ähnlich wie möglich sind und die einen ein Instrument lernen lassen, die anderen nicht. Dann könnten wir Aussagen über eine Korrelationstendenz machen. Da wir es hier mit Lebewesen und nicht mit Mechanismen zu tun haben, verwenden wir wohl einen abgewandelten Kausalitätsbegriff, der sich mit deutlichen Tendenzen begnügt und verlangen keine Ausnahmslosigkeit der Korrelation.
Aber die Aussage des Artikels ist wohl, daß eine Kausalbeziehung mehr als eine durch Erfahrung bestätigte Korrelation ist. Da müsste man dann zurückfragen, was denn hinzukommen muss. Als Antwort würde nicht ausreichen, das "weil" mit besonderer Betonung zu wiederholen. Es müsste wie jedes Zeichen erklärt werden, durch eine Gebrauchsanweisung, Beispiele, eine Demonstration oder Ähnliches.
Das war ja die Annahme und das Lebensgefühl der Renaissanceforscher, daß man endlich die Natur nicht mehr nur an der Oberfläche studiere, sondern ihr unter die Haube sähe und da die Kausalitäten am Werk beobachten könne. Und dazu war Humes ernüchternder Einwand: unter der Haube seht ihr auch nur Korrelationen.
Claus
Hi Waldemar,
Du erinnerst mich mit Deiner nimmermüden Schaumschlägerei für die WW an die dialektischen Betonköpfe der 1970er; wobei Dialektiker sich nicht selten auch als Wechselwirker bezeichneten. Aber was ist daraus geworden? Schon Engels hatte die Dialektik in der Natur gesehen, sie aber 1895 unvollendet hinterlassen. Und Havemann hat sie 1964 wieder ohne Dogma gedacht. 2018 war ihr anlässlich des 200-jährigen Geburtstages Marxens gedacht worden und in diesem Jahr wäre sein Lehrer Hegel 250 Jahre alt geworden. Nach Hegel soll das Bedürfnis zu philosophieren ja einer Krisensituation erwachsen. …
Für die Quanten und Schleimpilze sind andererseits die tollsten mathematischen Verfahren entwickelt worden, die Unschärfen und Fluktuationen zu berechnen vermögen. Seien es Wahrscheinlichkeitstheorie oder Funktionalanalysis für die Quanten bzw. das "Cellular Potts Model" oder die Fluktuationstheoreme für die Schleimpilze.
Der Strukturreichtum der Mathematik ist unerschöpflich. Im Vergleich damit sind die Quantenmechaniken oder die Thermodynamiken der Schleimpilze geradezu trivial, aber reichhaltig genug, um mit den vielen Experimentalergebnissen übereinzustimmen. Sollte nicht auch ein Relationalismus darin Platz finden? Den gab es bereits bei Leibniz und in neuerer Zeit haben beispielsweise Badiou (Das Sein und das Ereignis), Rovelli (Relational Quantum Mechanics) und Smolin (Temporal relationalism) wieder daran angeknüpft. Wenn Du die nicht zu verstehen suchst, solltest Du es besser zu machen versuchen; denn die ständige Wiederholung bloßer gleicher Ahnungen und Ansätze langweilt.
Es grüßt,
Ingo
> Am 11.03.2020 um 16:41 schrieb waldemar_hammel <waha3103x(a)googlemail.com>:
>
>
> einen (alten) vorschlag hab ich schon:
>
> - wenn die operatoren der mathematik, statt ihre vorgefertigten grammatiken mitzubringen,
> zb die bekannten rechenregeln beim "+"-operator,
> diese aus der wechselwirkung zwischen den operanden und der realität beziehen,
> haben wir UNSCHÄRFEN in den ergebnissen, die wir (konkret-situativ) ausinterpretieren müssten
>
> so wäre dann 3+2 etwa -1 bis +8, mit einem - interpretatorisch (nur evtl.) zu erzeugenden - peak nahe +5
> (so "rechnen" zb schleimpilze bei der nahrungssuche, ich habe das "thermodynamische mathe" genannt)
>
> damit hätten wir
> 1) eine wechselwirkungs-mathematik (eine wechselwirkung-als-grundprinzip adäquate mathe)
> 2) hätten wir semantiken (als meta-sache) drin
> 3) wären wir von den platonischen sachen/vorstellungen komplett weg
> 4) wir haben so eine physik-nahe mathe (unschärfen, quantenwelt, usw.)
>
> wir müssten nur zulassen, dass operatoren ihre grammatiken aus den jeweils konkreten ww beziehen, statt sie von haus mitzubringen,
> und einsehen, dass gerade die heutige exaktheit der mathe ein fehler im gebäude ist.
>
> gruß, wh.
>
>
>
> <https://www.avast.com/antivirus>
> Diese E-Mail wurde von Avast Antivirus-Software auf Viren geprüft.
> www.avast.com <https://www.avast.com/antivirus>
> <x-msg://9/#DAB4FAD8-2DD7-40BB-A1B8-4E2AA1F9FDF2>